Rezension "5"

Artistic Sound – mit Sicherheit keine 5


Mit ihrem letzten Werk "Suicide TV" wurden Artistic Sound seitens ihres Vertriebs streetman4u mehr als positiv angepriesen. Das änderte jedoch nichts an der Tatsache, dass das Album seitens der Presse letztlich sehr unterschiedlich, teilweise auch kritisch aufgenommen wurde. Gute Songs waren wie immer erkennbar, doch konnte der Longplayer keinen gehobenen Status erreichen.



Lediglich etwas länger als ein Jahr hat es gedauert, bis Artistic Sound mit ihrem Nachfolger namens "5" einen erneuten Anlauf nehmen, um der breiten Masse zu entfliehen. Als Aushängeschild erweist sich die unverkennbar sinnliche Stimme von Tina von Garrel, die dem Ganzen einen eigenen Charakter verleiht. Gelegentlich setzt sich auch ihr Bandkollege stimmlich in Szene und begleitet auf mehrstimmige Art und Weise die einprägsamen Momente, ohne dabei aufdringlich oder vordergründig zu klingen. Auf instrumentaler Seite hat sich nicht viel geändert, nur kommt an manchen Stellen das Gefühl auf, dass der Härtegrad (wenn man es bei Artistic Sound so nennen möchte) ein wenig gesteigert wurde.



Zu diesem Eindruck gelangt der Hörer sogar gleich zu Beginn, nachdem der Song „Toxic“ einsetzt, der an erster Stelle wesentlich rockiger klingt, und im weiteren Verlauf des Songs ungeahnte Seiten erreicht. Die Produktion klingt druckvoll und unterstützt sicherlich den Eindruck eines gewachsenen Songwritings. Die Abwechslung gestaltet sich mit einer Mischung aus Rock, Pop und New Age wieder sehr vielseitig.



Neben den gewohnten Nummern, die sich höchstwahrscheinlich in jeder Stimmung gut für das Gänsehautfeeling im abgedunkelten Zimmer erweisen, ergänzen sich sogar sehr mainstreamige Stücke a la „A Night To Remember“ oder „Perfect Song“. Die Ballade „Love Attack“ erschlägt den Hörer geradezu mit purer Leidenschaft und elektrisierendem Gesang. Absolute Favoriten sind „Berlin“ und „If A Leave Has Fallen“. Letzterer erinnert stark an Bands wie Genesis oder Marillion. Und mit „Simple Man“ wagen sich Artistic Sound an ein Cover des Songs, den Streetman mit seinen Kollegen von Rifffactory schrieb.



Artistic Sound ist es wieder gelungen, sich neu zu erfinden und jeglichen Schubladen zu entfliehen. Ob die positive Entwicklung jedoch von der Allgemeinheit gewürdigt wird, bleibt abzuwarten. Etwas nennenswert Neues in der Musikszene können uns die beiden zwar nicht servieren, doch gestaltet sich der Gesamteindruck als durchaus positiv. Von der Note 5 ist hier deutlich abzusehen.