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Interview Electro Earth

Electro-Earth: Euch gibt es ja noch nicht so lange stellt euch doch mal vor?


STREETMAN:
Ich habe 1989 angefangen Musik zu machen. Mein erstes Projekt
February Productions war sozusagen der Vorgänger von Artistic Sound und lief bis
ca. 1997. Danach sang ich in der Band „Rifffactory“. Wir haben puren Rock
gemacht. Später habe ich ein Album mit Anka Fernandez unter dem Namen „Dilias
Dream“ aufgenommen. Schließlich habe ich 2000 Artistic Sound ins Leben
gerufen.

TINA: Bei mir ging es 1985 los. Ich lernte Geige, Klavier und Gitarre. Durch meinen
damaligen Lehrer kam ich auch zum Gesang. Mein erste Band hieß „Karin geht
Baden“, das war 1998, danach sang ich bei „Jailed Generation“, beides lief bis
2001. Dann traf ich Streetman zu den Aufnahmen von „One Night Stand“. Da wir
Artistic Sound als ein Projekt betrachten startete ich 2004 auch solo mit eigenem
Programm durch. 2005 kam dann noch „32 flavors“ mit Nina Götting und „Qoquaq“
mit Terry Statham dazu.

Electro-Earth: Wie kommt ihr auf euren Bandname und was hat er zu bedeuten?


STREETMAN: Artistic Sound bedeutet für uns soviel wie in jede musikalische und
handwerkliche Richtung zu gehen.
Immer wieder neue und seltsame Sounds zu kreieren und mit ihnen zu arbeiten.

Electro-Earth: Ich bin ja eigentlich nur über den Return to the Light Sampler auf
euch gestoßen, das Lied was da drauf ist gefällt mir super gut, wie würdet ihr den
eure Musik beschreiben?


STREETMAN:
Sich selber zu beschreiben fällt immer ein wenig schwierig. Wir
haben im Laufe der Zeit schon so viele Bezeichnungen gehört, auch ihr habt
wieder eine neue hinzugefügt. Aber eine Mischung aus allem ist wohl die richtige
Antwort. Something between Pop und irgendwas.

TINA: Wenn ich gefragt werde was wir machen antworte ich meistens mit dem
Begriff Romantic Pop oder Electro Pop. Definitiv ist es melancholische Musik.
Electro-Earth: Ich hab mich mal bei euch in den Tonträgern umgehört, einfach sehr
schöne Musik, fangen wir aber von vorne an, habt ihr bestimmte Themen die ihr
für eure Texte aufgreift oder gibt es da keine bestimmten?


STREETMAN:
Die Grundideen drehen sich immer um Themen wie Sex, Liebe und
die Tragödien, die daraus wieder entstehen. Uns liegt es nicht über die Sonne, die
Natur und ähnliches zu schreiben. Der Schmerz muss siegen.

TINA: Die Songs gehen um das ganz normale Leben. Für mich ist es wichtig, dass
ich die Songs nachempfinden kann. Die Themen ergeben sich dann von ganz
alleine.

Electro-Earth: Wo nehmt ihr den euch die Inspiration für die Texte, Bücher, Filme
oder einfach reale Themen?


TINA:
Unser Schicksal und das Schicksal anderer sind unsere Nahrung. Natürlich
bauen wir immer wieder aktuelle Themen ein. Doch die Geschichten werden dann
abgewandelt in die Songs eingebaut.

Electro-Earth: Ihr habt ja schon 3 Alben Produziert, was hat sich eigentlich von
Album zu Album geändert?


STREETMAN:
Die Produktion hat sich im Laufe der Jahre enorm verbessert.
Außerdem ist der Einfluss Tinas auf Songs und Texte viel größer geworden. Auf
„One Night Stand“ war sie „nur“ die Sängerin, mittlerweile ist sie ein
gleichwertiges Mitglied.

Electro-Earth: Vom Album „SYSTEMATIC OVERDOSE FOR WHORES „ gefällt mir
das Lied „Stich ins Herz“, erzählt doch davon mal ein wenig, weil ich denke das ist
wirklich ein sehr trauriges Lied?


STREETMAN:
Völlig falsch. Es ist ein Liebeslied für ein kleines Mädchen. Es liegt
allerdings ein Fluch auf diesem Song, denn sowohl die Hauptperson um dies es
geht, als auch die Person, die bei diesem Song die Gitarre spielt sind bereits tot.
Mehr ist nicht zu sagen.

Electro-Earth: Wie produziert ihr eigentlich eure Alben, ich denke ihr seit ja auch
noch Newcomer und habt ja noch nicht so das Geld um in ein professionelles
Tonstudio zu gehen, aber erst mal Hut ab eure Tonträger hören sich echt sehr gut
an, vor allem deine Stimme Tina ist sehr atemberaubend.


TINA:
Dankeschön. Wir produzieren in unserem eigenen Studio und sind auf andere
nicht angewiesen, das ist ein großer Vorteil. Elektronische Musik hat natürlich
auch noch den Vorteil, dass man sie hervorragend verkabeln kann.

Electro-Earth: So wie ich gehört habe gibt es ein neues Album von euch 2007 erst,
warum lasst ihr euch so lange zeit und könnt ihr zu neuen Scheibe schon was
sagen?


STREETMAN:
Wir wollen schließlich nicht irgendeinen Scheiß auf den Markt
werfen. Wenn wir Songs geschrieben haben, bleiben sie erst mal ein paar Monate
im Schrank. Dann reanimieren wir sie und schauen, was davon übrig geblieben ist.
Wir experimentieren diesmal mehr mit echten Instrumenten und weniger mit der
Konserve, wobei die ein Bestandteil bleiben wird. Gastmusiker sind dafür im Gespräch.

TINA: Wie schon gesagt, Artistic Sound ist ein Projekt. Das heißt nicht, dass wir
nicht mit ganzem Herzen dabei sind. Aber wir sind keine Profis, haben auch noch
andere Dinge zu tun und finden deshalb nicht immer die Zeit uns zu sehen. Die
neue Mischung aus analogen und digitalen Elementen wird sicherlich sehr
spannend.

Electro-Earth: Kommen wir mal zu einem andern Thema, wie sind den so die
Reviews zu euren CD ausgefallen von Fans, Zeitungen usw.?


TINA:
Viele Reviews gibt es nicht von uns. Das liegt vor allen Dingen daran, dass
man uns nicht so richtig einordnen kann. Wir haben für unsere Musik schon
Hunderte von Bezeichnungen gehört. Die meisten loben uns, können uns aber
nicht in ihre Nischen einbringen. Das stört uns nicht. Besser als gleich in eine
Ecke abgeschoben zu sein.

Electro-Earth: Ihr habt ja auch noch kein Label, was tut ihr eigentlich um ein Label
zu bekommen, was mich immer wundert ist das die Labels, bei einigen echt guten
Newcomer Acts, da wo ihr euch auch einsiedeln könnt nicht zuschlage?


STREETMAN:
Diese Frage stelle bitte den Labels. Generell hatten wir schon
Angebote, aber den einen passte die Länge der Stücke nicht, die anderen wollten
Dancefloorknaller aus den Songs machen. Natürlich muss man für einen
Plattenvertrag Kompromisse eingehen, aber man sollte auf keinen Fall seine Seele
verkaufen.

TINA: Der Musikmarkt ist momentan überlaufen mit guten und schlechten Bands.
Man merkt immer wieder, dass Beziehungen der Schlüssel zum Erfolg ist. Du
rackerst dich jahrelang ab, gibst viel Geld für die Produktion einer CD aus, und
dann triffst du durch Zufall jemanden, der dich in ein paar Wochen zum Megaseller
macht.

Electro-Earth: Ich habe bei euch noch nichts gelesen das ihr live aufgetreten seit,
stimmt das und wenn ja warum nicht?


STREETMAN: Zusammen sind wir in der Tat noch nicht aufgetreten. Unsere Musik
ist live sehr aufwendig. Unsere Musik lebt sehr von visuellen Dingen. Für so eine
Show brauchst du die Locations und das nötige Kleingeld. Mit zusätzlichen
Musikern wie Drummer und Bassist wäre es sicherlich richtig geil. Wir arbeiten
gerade daran und denken, dass es in näherer Zukunft Artistic Sound auch live
geben wird. Grundsätzlich sind wir eben keine Band für das Volksfest nebenan.

Electro-Earth: Habt ihr beide eigentlich noch Vorbilder?


STREETMAN:
Unser Controller Ralf Meier.

TINA: Bei mir gibt es da einige. Sie kommen allerdings aus dem Rockbereich.
Melissa Etheridge, Ani di Franco, Sarah Bettens und Achtung, Zarah Leander.

Electro-Earth: Wenn ihr die Chance hättet einen Gastmusiker für Artistic Sound
singen zu lassen wen würdet ihr nehmen, ihr könntet auch Tote erwecken?



STREETMAN: Dave Gahan, Steve Hogarth und Lisa Gerard sind da meine
Favoriten. Generell ist es immer mal spannend, deine Songs von jemand anders zu
hören.

TINA: Melissa Etheridge, Janis Joplin, Marla Glen, Joan Osborne, Lindsey
Buckingham, Sara Lee ( für den Bass )

Electro-Earth: So kommen wir langsam zum Schluss, was kann man eigentlich von
Artistic Sound noch alles in den nächsten Jahren erwarten?



TINA: 2006 werden wir nicht untätig sein. Weitere Samplerbeiträge, Fotostrecken
und Interviews sind bereits in Arbeit. Wie schon gesagt, 2007 ist das neue Album
geplant. Danach wird es definitiv ein paar Auftritte geben.

Electro-Earth: Was haltet ihr eigentlich so von einem Newcomer Magazin, wie
Electro-Earth das sich nur um die Newcomer Szene kümmert?


STREETMAN:
Das ist eine runde Sache. Davon sollte es noch mehr geben. Ihr
macht eure Sache sehr gut. Tolles Layout und ansprechende Beiträge. Weiter so.

TINA: Ich freue mich sehr über Seiten die junge und neue Musiker unterstützen.
Ich wünsche euch weiterhin viel Glück.
Electro-Earth: Dann wünsche ich euch sehr viel Erfolg, Spaß und hoffe man hört
sich wieder mal und gebe euch nun das letzte Wort.



STREETMAN: Geht auf unsere Homepage, informiert euch über uns, kauft die neue
CD und macht euch ein eigenes Bild von uns.